Vom Senden zum Gestalten

Eine interaktive Erkundung des Sender-Empfänger-Modells im Unterricht

EHB Modelllektion

Technische vs. Soziale Systeme

Technische Systeme:

  • Der Sender hat die absolute Kontrolle (z.B. Fernsteuerung eines Modellflugzeugs).
  • Der Empfänger führt Befehle aus.
  • Abweichungen gelten als Störung oder Fehlfunktion.

Soziale Systeme (im Unterricht):

  • kommunikationspsychologisches Grundgesetz: „Der Empfänger bestimmt, was gesagt wurde.“
  • Die Dominanz wird dem Sender genommen.
  • Kommunikation „von hinten her ermöglicht.
  • Der Empfänger interpretiert die Nachricht und konstruiert seine eigene Wirklichkeit.
Januar 2025/zajo
EHB Modelllektion

Das Sender-Empfänger-Modell:

Zwei Perspektiven auf Unterricht

  • Unterricht als Kommunikation: Wie verstehen wir den Austausch von Wissen?
  • Zwei Hauptperspektiven:
    • Lehrender im Fokus: Wissen wird "gesendet" und "empfangen" (z.B. Nürnberger Trichter).

    • Lernender im Fokus: Wissen wird aktiv "konstruiert" und selbst erschlossen (z.B. Scout).

Januar 2025/zajo
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Arbeitsauftrag: Konstruieren Sie die Modelle!

Findet euch in 3er-Gruppen zusammen.

  1. Sortiert: Ordnet die Bausteine (Begriffe & Bilder) von der vorherigen Folie auf einem Flipchart zwei unterschiedlichen, in sich stimmigen Modellen zu.

  2. Benennt: Gebt jedem eurer beiden Modelle einen passenden Namen.

  3. Beschreibt: Fasst die Kernaussage jedes Modells in einem Satz zusammen.

Zeit: 15 Minuten

Januar 2025/zajo
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Bausteine für Unterrichtsmodelle

  • Aktive Rolle beim Lehrer

  • Eigenes Konstrukt

  • Wissensvermittler

  • Störung

  • Wissen wird aufgenommen

  • Gestalten

  • Lernbegleiter

  • Resonanz

  • Wissen wird konstruiert

  • Senden

  • Aktive Rolle beim Schüler

  • Kopie

Januar 2025/zajo
EHB Modelllektion

Abgleich & Vertiefung: Zwei Modelle im Vergleich

Kriterium Sender-Modell („Trichter“) Empfänger-Modell („Konstruktion“)
Lernverständnis Wissen wird aufgenommen & abgebildet. Wissen wird aktiv konstruiert & erschaffen.
Aktive Rolle Beim Lehrer (erklärt, sendet). Beim Schüler (interpretiert, baut).
Fokus der Planung Was & wie sende ich? (Inhalt, Methode) Welche Lernsituation gestalte ich? (Umgebung)
Lehrerrolle Wissensvermittler, Experte Lernbegleiter, Scout, Strukturgeber
Metapher Nürnberger Trichter Lernlandschaft, Resonanz
Erfolgsmessung Richtige Kopie? Anschlussfähiges Wissen?
Januar 2025/zajo
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Die Konsequenz: Eine neue Lehrerrolle

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Januar 2025/zajo
EHB Modelllektion

Die Konsequenz: Eine neue Lehrerrolle

1. Der Architekt
  • Gestaltet anregende Lernumgebungen
  • Stellt vielfältiges Material zur Verfügung
  • Definiert klare Rahmen und Ziele
2. Der Scout & Begleiter
  • Begleitet Lernprozesse und gibt Impulse
  • Lenkt Aufmerksamkeit, ohne Wissen zu „verabreichen“
  • Hilft Wege zu finden
3. Der Resonanzkörper
  • Hört zu, um Konstruktionen zu verstehen
  • Schafft positive Lernatmosphäre
  • Gibt Feedback, das anknüpft
Januar 2025/zajo
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Unser Selbstverständnis als Lehrperson

  • Die Sender-Logik führt oft zu Frust und dem Gefühl, gegen Wände zu reden.

  • Die Empfänger-Logik eröffnet Wege zu einem lebendigeren, freudvolleren und energieschonenderen Unterricht.

  • Die Kernaufgabe: Nicht Gehirne füllen, sondern Situationen schaffen, in denen Erkenntnisgewinn wahrscheinlich wird.

Januar 2025/zajo

Presenter Notes: - Begrüßung: Herzlich willkommen! - Thema: "Vom Senden zum Gestalten" – Unser Verständnis von Lehren und Lernen. - Ziel: Interaktive Erkundung des Sender-Empfänger-Modells. - Zusatzinfo: Kurzer Ausblick auf den Ablauf (interaktiver Teil, Reflexion).

Presenter Notes: - Technische Systeme: - Sender = absolute Kontrolle (Bsp.: Modellflugzeug-Fernsteuerung). - Empfänger = führt Befehle aus. - Abweichung = Störung/Fehlfunktion. - Zusatzinfo: Hier ist die Kommunikation linear und direkt. - Soziale Systeme (Unterricht): - Grundgesetz: "Der Empfänger bestimmt, was gesagt wurde." - Dominanz des Senders wird aufgehoben. - Kommunikation "von hinten her ermöglicht". - Empfänger interpretiert/konstruiert eigene Wirklichkeit. - Zusatzinfo: Das ist ein radikaler Perspektivwechsel. Es geht nicht darum, was *gesendet* wird, sondern was *ankommt* und *konstruiert* wird.

Presenter Notes: - Unterricht als Kommunikation: Wie verstehen wir den Austausch von Wissen? - Zwei Hauptperspektiven: - Lehrender im Fokus (Sender-Modell): - Wissen wird "gesendet" und "empfangen". - Metapher: Nürnberger Trichter. - Zusatzinfo: Traditionelle Sichtweise, oft unbewusst im Alltag verankert. Lehrer als Wissenslieferant. - Lernender im Fokus (Empfänger-Modell): - Wissen wird aktiv "konstruiert" und selbst erschlossen. - Metapher: Scout, Lernbegleiter. - Zusatzinfo: Konstruktivistische Sichtweise. Der Lernende ist der aktive Gestalter seines Wissens.

Presenter Notes: - Aufforderung: "Jetzt sind Sie dran!" - Gruppenarbeit: 3er-Gruppen bilden. - Aufgabe: 1. Sortieren: Bausteine (nächste Folie) zwei unterschiedlichen, stimmigen Modellen zuordnen (auf Flipchart). 2. Benennen: Jedem Modell einen passenden Namen geben. 3. Beschreiben: Kernaussage jedes Modells in einem Satz zusammenfassen. - Zeit: 15 Minuten. - Zusatzinfo: Betonen, dass es um den Prozess des Konstruierens geht. Es gibt kein "falsch", sondern unterschiedliche Interpretationen. Ich bin als Unterstützung da, aber die Gruppen sollen selbst Lösungen finden.

Presenter Notes: - Material: "Hier sind die 'Atome' für Ihre 'Moleküle'." - Hinweis: Begriffe und Bilder sind bewusst unsortiert. - Zusatzinfo: Ermutigen, kreativ zu sein und die Begriffe so zu interpretieren, dass sie zu den Modellen passen.

Presenter Notes: - Sicherung: Abgleich der Gruppenergebnisse mit der Fachterminologie. - Tabelle durchgehen: - Lernverständnis: Aufnehmen vs. Konstruieren. - Aktive Rolle: Lehrer vs. Schüler. - Fokus der Planung: Was/wie senden vs. Lernsituation gestalten. - Lehrerrolle: Wissensvermittler vs. Lernbegleiter/Scout. - Metapher: Nürnberger Trichter vs. Lernlandschaft/Resonanz. - Erfolgsmessung: Richtige Kopie vs. anschlussfähiges Wissen. - Zusatzinfo: "Ihre Ergebnisse waren sicher sehr nah dran! Es geht darum, die Konzepte zu verstehen und zu verinnerlichen." Betonen, dass die Tabelle eine Zusammenfassung ist, die die Komplexität vereinfacht.

Presenter Notes: - Überleitung: "Was bedeutet das nun für unsere Rolle als Lehrperson?" - Bilder: Architekt, Pfadfinder/Scout, Stimmgabel. - Frage an Publikum: "Welche Assoziationen haben Sie spontan zu diesen Bildern im Kontext von Unterricht?" (Kurze Interaktion, 1-2 Antworten zulassen). - Zusatzinfo: Die Bilder sollen intuitiv die neuen Rollen vermitteln, bevor sie explizit benannt werden.

Presenter Notes: - Drei Rollen: 1. Der Architekt: - Gestaltet Lernumgebungen. - Stellt Material zur Verfügung. - Definiert Rahmen/Ziele. - Zusatzinfo: Wir bauen den "Spielplatz", auf dem die Lernenden ihr Wissen konstruieren. 2. Der Scout & Begleiter: - Begleitet Lernprozesse, gibt Impulse. - Lenkt Aufmerksamkeit, ohne zu "verabreichen". - Hilft Wege zu finden. - Zusatzinfo: Wir sind nicht der Reiseführer, der alles vorgibt, sondern der erfahrene Begleiter, der auf Gefahren hinweist und spannende Orte zeigt. 3. Der Resonanzkörper: - Hört zu, um Konstruktionen zu verstehen. - Schafft positive Lernatmosphäre. - Gibt Feedback, das anknüpft. - Zusatzinfo: Wir sind die "Stimmgabel", die den Lernenden hilft, ihren eigenen "Klang" zu finden und in Einklang zu kommen.

Presenter Notes: - Sender-Logik: - Führt oft zu Frust ("gegen Wände reden"). - Wissen kann nicht "eingetrichtert" werden. - Zusatzinfo: Das Gehirn ist keine Festplatte, die Wissen abspeichert, sondern generiert und konstruiert Wissen. - Empfänger-Logik: - Führt zu lebendigerem, freudvollerem, energieschonenderem Unterricht. - Zusatzinfo: Ein Paradigmenwechsel, der uns entlastet und die Lernenden stärkt. - Kernaufgabe: - Nicht Gehirne füllen. - Sondern Situationen schaffen, in denen Erkenntnisgewinn wahrscheinlich wird. - Zusatzinfo: Das ist die Essenz einer indirekten Pädagogik. - Abschluss: "Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre aktive Mitarbeit!" - Fragen: "Gibt es noch Fragen oder Anmerkungen?"